Für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen – ver.di-Aktion bei Amazon in Moosburg

Arbeit & Wirtschaft

SPD unterstützt bei ver.di-Aktion bei Amazon in Moosburg

Ein Lieferauto nach dem anderen biegt am frühen Montagmorgen um die Ecke in das Verteilzentrum im Moosburger Gewerbegebiet Degernpoint. Schon an der Aufschrift oder an den Autokennzeichen erkennt Thomas Hampel, Gewerkschaftssekretär bei ver.di für den Fachbereich Postdienste, für welchen Subunternehmer die rund 200 Fahrer unterwegs sind. „Aber das ist nicht alles, denn dazu kommen noch rund 100 Amazon-Flex-Fahrer, die auf eigene Rechnung unterwegs sind und meistens erst am Jahresende bei der Steuererklärung feststellen, dass sie von dem geringen Stundenlohn noch Steuern nachzahlen müssen“, erklärt Hampel den SPD-Politikern, die am frühen Morgen mit vor dem Tor stehen. Die Landtagsabgeordnete Ruth Müller, Kreisvorsitzender Andreas Mehltretter, Stadtrat Gerd Beubl und Juso-Kreisvorsitzender Michael Weindl hatten die Gelegenheit genutzt, um sich über die Arbeitsbedingungen und Probleme bei Amazon zu informieren.

Ziel der Montag-Morgen-Aktion in Zusammenarbeit mit dem Projekt „Faire Mobilität“ war es laut Hampel, mit den Paketzustellern ins Gespräch zu kommen, was die Arbeitsbedingungen und die weiteren Herausforderungen im Hinblick auf Lohn- und Zeitarbeit, Einhaltung der Arbeitszeiten und Arbeitssicherheit betrifft. Amazon betreibt in Moosburg ein großes Verteilzentrum, bei dem die Pakete auf die einzelnen Lieferfahrzeuge geladen werden. Die prekären Arbeitsbedingungen bei Amazon in Kombination mit undurchsichtigen Strukturen sind immer wieder Thema in den Medien und für die Gewerkschaften. Von über 400 Beschäftigten in Moosburg sind nur etwa 80 fest angestellt – der Rest ist bei Leiharbeitsfirmen oder Subunternehmern, so ver.di.

Andreas Mehltretter, SPD-Kreisvorsitzender und Bundestagskandidat, begrüßte die ver.di-Aktion: „Es ist wichtig, dass wir den Beschäftigten unsere Solidarität zeigen und gleichzeitig öffentlich Druck aufbauen, um die Arbeitsbedingungen und Bezahlung zu verbessern.“ Er sah sich aber auch bestärkt, dass Handlungsbedarf bei der Politik besteht: „Amazon muss auch für Probleme bei Subunternehmern haften – aber es braucht mehr Kontrollen, damit Verstöße auch wirklich aufgedeckt werden, wenigstens der Mindestlohn tatsächlich bezahlt wird und Scheinselbstständigkeit bekämpft werden kann“, so Mehltretter.

Auch die stellvertretende Vorsitzende der BayernSPD-Landtagsfraktion, Ruth Müller, MdL hatte sich am frühen Morgen in Degernpoint eingefunden, um die Aktion auch von Seiten der Landespolitik zu unterstützen. „Wir haben eine Verantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer und auch dafür, dass am Ende eines Berufslebens eine anständige Rente erzielt werden kann“, so Müller. Wenn sich Unternehmer mithilfe von Subunternehmen davor drücken, während sie selbst genug Geld haben, um sich ins All zu schießen, zahle am Ende die Solidargemeinschaft die Zeche für unsoziale Arbeitsbedingungen. „Zumindest können sich die Internet-Giganten nicht länger ihrer Steuerverantwortung entziehen, denn Vizekanzler Olaf Scholz hat eine globale Mindestbesteuerung durchsetzen können“, freut sich Müller über einen der vielen sozialdemokratischen Erfolge der Großen Koalition auf Bundesebene.

Gewerkschaftssekretär Hampel zeigte sich nach der Aktion zufrieden: „Neben neuen Kontakten konnten wir auch viele Infos von den Kollegen durch die Aktion mitnehmen. Gewerkschaft darf kein Fremdwort bei Amazon sein!“

(Pressemitteilung vom 26. Juli 2021)

 

Homepage SPD Kreisverband Freising

 

Counter

Besucher:583458
Heute:53
Online:2
 

WebsoziCMS 3.9.9 - 583458 -

 

Newsticker

18.01.2022 19:55 HAPPY BIRTHDAY! – BETRIEBSVERFASSUNGSGESETZ WIRD 50
Demokratie im Betrieb, Mitbestimmung durch die Beschäftigten, ist ein entscheidender Baustein für starke Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern – und für den Erfolg der Sozialen Marktwirtschaft. Grundlage dafür ist die große Reform des Betriebsverfassungsgesetzes von 1972. Heute vor 50 Jahren ist sie in Kraft getreten. Die Reform vom 18. Januar 1972 stärkte die Rechte der

18.01.2022 19:20 § 219A WIRD GESTRICHEN – „DAS WAR HÖCHSTE ZEIT“
Die Regierung will Frauen in Konfliktsituationen besser unterstützen. Dazu gehört auch, dass Ärztinnen und Ärzte umfassend medizinisch informieren können, wenn es um einen möglichen Schwangerschaftsabbruch geht. Die Koalition streicht darum jetzt „ein Relikt aus der Kaiserzeit“: den Paragrafen 219a. Bislang müssen Frauenärztinnen und -ärzte Strafverfolgung fürchten, wenn sie auf ihren Internetseiten darüber informieren, dass sie

18.01.2022 18:46 ARBEITS- UND SOZIALMINISTER IM INTERVIEW – VIEL AUFBRUCH MÖGLICH
Nicht nur die ökologische und wirtschaftliche, auch die soziale Erneuerung des Landes ist Aufgabe der Fortschrittsregierung. Inzwischen sei „viel mehr an Aufbruch“ als in den vergangenen Jahren möglich, sagt Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil – und auch, was das konkret für die Menschen heißt. Im Interview mit der Augsburger Allgemeinen (Samstag) skizzierte Heil, was er

 

Florian Pronold

 

Natascha Kohnen